Kirche

 

Ich bin eine Kirchenbank und möchte euch heute von mir erzählen. Nicht dass ihr denkt, ich sei ein Geldinstitut – nein, das bin ich nicht. Ich bin ein Sitzmöbel  hier in der Fischbacher Kirche. Wie auch die anderen Bänke in der Kirche  habe ich eine lange und wechselvolle Geschichte. 

 

Viele Menschen haben auf mir gesessen. Manche davon waren voller Freude, denn sie haben ihr Kind zur Taufe gebracht, andere haben ein Brautpaar begleitet, wieder andere fanden es großartig, einfach am Sonntag Gottesdienst zu feiern und Gottes Botschaft zu hören, um für die neue Woche Kraft zu schöpfen. Besonders fröhlich war es immer wenn Menschen auf meiner Bank saßen, die zum Danken und Loben an den Feiertagen gekommen waren oder zu einem Konzert.

 

Es gab aber auch Menschen, die saßen geknickt und traurig in meiner  Kirchenbank, denn sie hatten einen lieben Menschen verloren oder gerade eine schlechte Nachricht erhalten. Diese Menschen wollten um  Gottes Trost  und Hilfe bitten. Wenn die Kirche offen war, haben sich auch Menschen einfach nur auf meine Kirchenbank gesetzt und die Stille genossen.

 

Ihr fragt, warum ich das alles in der Vergangenheit erzähle, denn das klingt nicht gerade positiv? Ja, Vieles hat sich geändert. Heute bleiben wir Kirchenbänke oft leer oder sind nur gering besetzt.  Das empfinde ich besonders sonntags so. Es macht mich unglücklich. Freude, Dank  und Trauer teilen, Trost und  Kraft schöpfen  ist vielleicht nicht mehr  IN oder  wird nicht mehr gebraucht? – Schade.  

 

Ein ganz besonderes Erlebnis ist für mich der Heilig Abend. Da sind wir Kirchenbänke alle besetzt.   Es wäre toll, wenn wir das öfter hätten – vielleicht  schon zum Kirchweihfest.